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25.06.2020 09:31 Alter: 19 days
Kategorie: Aktuelles

6. Newsletter des Schuljahres 2019/20

Update 01.07.2020, 18:00 Uhr: Ein Anschreiben des Hessischen Kultusministers Prof. Dr. Lorz wurde am Ende des Newsletters beigefügt.


Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,

mit dem letzten Newsletter vor den Sommerferien wollen wir auf das ereignisreiche Schuljahr zurückblicken, die wichtigsten Momente Revue passieren lassen und den Blick nach vorne richten. Die Reise nach Sylt war mit Sicherheit das schönste Erlebnis in diesem außergewöhnlichen Jahr. Doch lassen Sie uns zunächst auf den historischen Ausnahmezustand der Corona-Pandemie eingehen.

Als wir am Freitag, dem 13. März erfahren haben, dass ab dem folgenden Montag alle Schulen geschlossen sind, war das für uns Lehrerinnen und Lehrer eine merkwürdige Situation. Wie soll das funktionieren? Die eine Klasse sollte in der kommenden Woche eine Klassenarbeit schreiben, die andere wollte auf Klassenfahrt gehen und dann standen auch noch die schriftlichen Abiturprüfungen an. Wir mussten innerhalb eines Wochenendes das ganze Unterrichtsgeschehen an unserer Schule umstrukturieren.

Der Beginn des Lockdowns

Zunächst haben wir das getan, was man in einer solchen Situation häufig macht, nämlich auf Altbewährtes zurückgreifen: Man gibt Aufgaben. So sollte der Unterrichtsstoff der vergangenen Wochen wiederholt und gefestigt werden. Zudem sollten die Kinder zu Hause etwas zu tun haben und die Eltern so die Möglichkeit bekommen, wenigstens zeitweise im Homeoffice auch arbeiten zu können.

An unserer Schule stellten wir die Aufgaben zunächst auf unserer Homepage als Download zur Verfügung, da wir auf keinen Fall wollten, dass die E-Mail Accounts durch das Versenden von Schulaufgaben überquellen und Sie, liebe Eltern, alle paar Tage von unterschiedlichen Lehrer*innen Schulaufgaben zugesendet bekommen. Eine zusätzliche Herausforderung war die Informationsbereitstellung unter Datenschutz- und Copyrightvorgaben, da die Homepage ein öffentlicher Bereich ist.

Bereits im März arbeiteten wir deshalb an Alternativen und setzten uns mit der Möglichkeit des digitalen Unterrichts in Form von Videokonferenzen auseinander. Erschwerend kam zu diesem Zeitpunkt hinzu, dass die schriftlichen Abiturprüfungen nach Plan laufen sollten und wir zunächst den Fokus auf unsere Abiturient*innen richten mussten, da wir von einem regulären Schulbetrieb nach den Osterferien ausgingen.

Für das Kollegium standen die Fragen „Wie und wann wird es weitergehen?“, „Wie erreiche ich meine Schüler*innen?“ und „Was darf ich ihnen abverlangen?“  im Vordergrund. Und das Ganze natürlich gepaart mit der Angst um die eigene Gesundheit und die der Angehörigen.
Zunächst sah es ja nur nach einer dreiwöchigen „Umstellung“ aus – doch dann kam es, zumindest für einige Jahrgangsstufen, ganz anders…

Im Präsenzunterricht haben die Lehrerinnen und Lehrer die Rückkopplung durch Gestik, Mimik und Äußerungen der Schulkinder, jetzt saßen sie zu Hause und warteten darauf, dass die Schülerschaft zum vereinbarten Zeitpunkt ihre Ergebnisse abgibt. So manches, worauf man im Unterricht spontan reagieren kann, ging nun nicht mehr: Aufgaben können nicht mehr situativ geändert oder angepasst werden, es ist nicht mehr möglich, auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Schulkindes eingehen und aufmunternde Worte sind spontan und zielgerichtet auch nicht mehr möglich.

Aller Anfang ist schwer… Homeschooling und Videokonferenzen

Zeitgleich ist sicherlich der eine oder die andere von Ihnen am Fernunterricht der Kinder verzweifelt. Wir Lehrerinnen und Lehrer unterrichten in der Regel zwei Fächer – Sie versuchten sich an bis zu 10 Fächern und sollten hierbei auch noch die Lehrer*innen ersetzen? Nein, ersetzen sollten Sie uns nicht, sondern lediglich Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass ihre Kinder die Aufgaben erledigen können. Auch mussten nicht alle Aufgaben richtig beantwortet sein, sondern die Lehrerschaft wollte wissen, wie der Leistungsstand der Kinder ist (und nicht der der Eltern). Wir Lehrer*innen mussten einschätzen, was Ihre Kinder bewältigen können. Und wenn wir dann doch mal danebenlagen, waren wir Ihnen für ihr Feedback sehr dankbar und haben versucht gegenzusteuern.

Das Kollegium der PTI hat in dieser für uns alle ungewohnten Situation auch Zeit gebraucht, sich mit den neuen „Techniken“ der Unterrichtgestaltung auseinanderzusetzen. Wir haben dem Kollegium über die Osterferien die Möglichkeit gegeben, sich in aller Ruhe in die neue Onlineplattform einzuarbeiten und sich mit dem Thema Videokonferenzen auseinanderzusetzen. So gelang der Start nach den Osterferien doch sehr gut und verhältnismäßig problemlos.

Allerdings möchten wir an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass Videokonferenzen mit Schüler*innen den Unterricht nicht ersetzen können und nicht vergleichbar sind mit Videokonferenzen in der Geschäftswelt, denn hier in der Schullandschaft ist ein Großteil der Teilnehmer*innen – so offen und ehrlich müssen wir sein – nicht immer sonderlich gewillt, gemeinsam an einer Problemstellung intensiv zu arbeiten. Dennoch sind wir zufrieden mit der Art und Weise, wie wir die Schüler*innen erreichen und was wir umsetzen konnten.

Selbstständiges Lernen der Schüler*innen

Allerdings war bei unseren Schüler*innen nun ein hohes Maß an eigenverantwortlichem und selbstorgansiertem Lernen gefragt. Einige waren aufgrund der Erfahrungen des selbstständigen Lernens in den „FIBS“-Stunden sicherlich im Vorteil. Wir haben feststellen können, dass diejenigen Schüler*innen, die schon vor der Schulschließung an selbstständiges Lernen gewöhnt waren und ihren Tagesablauf gut strukturieren konnten, relativ problemlos durch die Zeit mit Fernunterricht und die zögerliche Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts gekommen sind. Teilweise haben diese Kinder nach ihrer eigenen Einschätzung während der Schulschließung sogar mehr gelernt als vorher, weil sie durch das Lernen daheim ihre Zeit besser einteilen und nutzen konnten und weil sie mehr Ruhe hatten.

Ausblick: Aufholen des versäumten Unterrichtsstoffes

Auf der anderen Seite haben wir festgestellt, dass ein Teil der Schüler*innen nicht ausreichend gelernt und wenig gelesen hat. Dies dient uns als Ansatzpunkt, um nach den Ferien differenziert weiterzuarbeiten und den Unterrichtsstoff einerseits mit Hilfe der Lehrer*innen aufzuholen, andererseits das selbstorientierte Lernen weiterhin zu stärken. So werden wir in der Sekundarstufe I in den Hauptfächern je eine zusätzliche Stunde in der FIBS-Leiste (3. Stunde) aufnehmen – an zwei Tagen pro Woche jedoch beim selbstorientierten Lernen bleiben. Zudem werden wir den Projektunterricht zunächst bis zu den Herbstferien aussetzen, um hier (mittwochs nach dem Mittagessen) versäumten Unterricht in aller Ruhe aufzuholen.

Aufgrund der – im Vergleich zu anderen Schulen in Hessen – vielen Präsenztage und Unterrichtsstunden, die seit den Osterferien stattgefunden haben, lässt sich der Stoff zeitnah ohne Druck und in aller Ruhe aufholen. Dies gilt auch für die Schüler*innen der E-Phase. Etwas anders sieht es hingegen für die Schüler*innen in der Q-Phase aus. Hier hat zwar nach den Osterferien wieder täglich Unterricht stattgefunden, aber nur in den jeweiligen Leistungskursen, den Kernfächern sowie den Fächern PoWi und Biologie. Somit ist man in diesen Fächern so gut wie im Zeitplan. Für die restlichen Fächer gibt es inzwischen eine Entscheidung des Kultusministeriums, in der geregelt ist, wann welche Inhalte zu welchem Zeitpunkt nachgeholt werden. Feststeht, dass die Abiturprüfungen auf einen Zeitpunkt nach den Osterferien verlegt wurden. Die Schüler*innen werden noch vor den Sommerferien hierüber unterrichtet. Wir sind zuversichtlich, dass unser kommender Abiturjahrgang trotz allem einen guten Abschluss machen wird.

Glückwunsch an unsere Absolvent*innen

An dieser Stelle möchten wir lobend unsere Absolvent*innen erwähnen, die trotz der ungünstigen Voraussetzungen zu allen schriftlichen wie mündlichen Prüfungen angetreten sind und teilweise hervorragende Leistungen gezeigt haben.

 

Rückblick auf das Schuljahr 2019/20

Wir möchten uns in diesem letzten Newsletter des Jahres auch kurz die Zeit nehmen, an die Zeit vor dem Lockdown und die zahlreichen schönen Erlebnisse erinnern.

Es gab Austauschfahrten zu und von unseren internationalen Partnerschulen: Das Erasmus-Team besuchte unsere Austauschschulen in Litauen, Österreich und Portugal und aus dem fernen Australien bekamen wir Besuch von unseren Freunden aus Sydney.

Mehrere Klassen hatten bei den Kunsterlebnistagen Begegnungen mit der Kunst und mit Künstler*innen – sei es im Theater oder in Galerien und Museen.

 

Im Rahmen des Fachunterrichts gab es Exkursionen nach Berlin (PoWi), nach Weimar (Deutsch) sowie nach Aschaffenburg und Frankfurt: Hier besuchten Schüler*innen im Rahmen des Ethikunterrichts die Arche (Kinder- und Jugendwerk für sozial benachteiligte Kinder) sowie Anlaufstellen für Obdachlose und informierten sich über die jeweiligen sozialen Einrichtungen für Bedürftige.

In der Weihnachtszeit konnten wir unser beliebtes Christmas Carol feiern, das wir stets mit dem Tag der offenen Tür verbinden. Einige Klassen hatten eine schöne Zeit beim Eislaufen, die Klasse 8 konnte noch kurz vor dem Corona-Lockdown die Skifreizeit nach Österreich unternehmen. Die Fahrten nach Mailand und der Oberstufen-Skikurs ins Zillertal mussten kurzfristig abgesagt werden – aus heutiger Sicht sind wir dankbar, dass die Grenzschließungen nicht zu einem späteren Zeitpunkt verkündet wurden, zu dem unsere Schüler*innen und Lehrer*innen im Ausland gewesen wären.

Erwähnenswert sind außerdem noch Projekte wie das Börsenspiel der Sparkassen, bei dem unsere Schule traditionell die vorderen Ränge belegt sowie das Medienprojekt „Ich kenn mich mit Medien aus“ für die Klassen 5 und 6.

Das schönste Erlebnis in diesem Schuljahr war zweifelsohne die gemeinsame Fahrt nach Sylt – ein Abenteuer nicht nur (aber auch) wegen der Odyssee mit der Bahn, frei nach dem Motto „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“. Hiervon und von den vielen anderen schönen Projekten und Erlebnissen erzählen die Geschichten und Bilder in unserem Jahrbuch, das über die Klassenlehrer*innen bestellt werden kann.

 

Ausblick auf das neue Schuljahr 2020/21

Wie geht es weiter? Was nehmen wir an Positivem mit in das nächste Schuljahr?

Mit dem Schulportal (SPH) machten sich Lehrer*innen und Schüler*innen nach einer sehr kurzen Eingewöhnungsphase so gut vertraut, dass der Austausch und die Dokumentation von Unterrichtsmaterial inzwischen sehr gut funktionieren. Das soll auf jeden Fall beibehalten werden. Das Onlineportal soll zu einem zentralen Kommunikationsmedium zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen werden, nicht zuletzt um eine Förderung über den Unterricht hinaus zu ermöglichen.

Sehr gut bewährt hat sich auch das Konzept der Videokonferenzen. Was zunächst etwas „holprig“ begann, ist inzwischen so gut etabliert, dass wir beispielsweise abwesende Schüler*innen per Video dem Präsenzunterricht zuschalten können, was uns durch die rechtzeitig erfolgte Ausstattung mit Smartboards und Laptops aus dem Fonds des Digitalpakts möglich gemacht wurde.

 

Wir wollen den Nachmittagsunterricht nicht nur wie bisher für die Oberstufenschüler*innen aufnehmen, sondern auch für die Schüler*innen der Sekundarstufe I. Selbst wenn die Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln weiter gelten, können wir durch ein geändertes Raumkonzept und die kleinen Klassen einen annähernd „normalen“ Regelunterricht anbieten. Das gilt auch für das Mittagessen: Mit dem Caterer „Bantschow & Bantschow“ arbeiten wir derzeit an einem Konzept, wie unter Wahrung der Hygienevorschriften ein Mittagessen angeboten werden kann.

In den Sommerferien werden weitere Renovierungsarbeiten angegangen und wir freuen uns, wenn im neuen Schuljahr (spätestens zu den Herbstferien) der naturwissenschaftliche Raum in neuem Gewand zur Verfügung stehen wird. Zudem sind neue Stühle und Tische für alle Räume bestellt – wir haben uns aus naheliegenden Gründen wieder für Einzeltische entschieden, allerdings liegt die zugesagte Lieferzeit derzeit bei ca. 10 Wochen.

Im Monat September planen wir eine Elternbeiratssitzung, sofern es uns die Hygieneverordnung des Landes Hessen ermöglicht.

In der letzten Ferienwoche werden wir einen informellen Newsletter zu den Rahmenbedingungen zum Schulstart auf der Homepage veröffentlichen.

Wir wünschen allen erholsame Ferien und sind zuversichtlich, dass wir als Schulgemeinschaft gestärkt aus der Krise gehen werden und freuen uns auf die Herausforderungen, die das nächste Schuljahr bringen wird.

 

Herzliche Grüße sendet Ihnen und Euch das gesamte Team der PTID

 

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